Höhepunkt am Montagabend lockt mit 25.000 Euro Preisgeld

Erstmals seit vielen Jahren wird auf der Galopprennbahn am Mülheimer Raffelberg wieder ein so attraktives und sportlich wertvolles Rennen entschieden. Beim After-Work-Renntag am Montag mit acht Rennen (Veranstaltungsbeginn um 17 Uhr, erster Start gegen 17:55 Uhr) steht das „BBAG Diana Trial“ um Prämien in Höhe von 25.000 Euro im Mittelpunkt. In dem Listenrennen über 2.000 Meter starten zwölf dreijährige Stuten. Allein an den siegreichen Besitzer gehen 14.000 Euro.

Das Mülheimer Hauptereignis, das als sechste Tagesprüfung gegen 20:25 Uhr entschieden wird, dient nicht zuletzt der Vorbereitung auf den 160. „Henkel-Preis der Diana“ (500.000 Euro, Deutsches Stuten-Derby) am Sonntag, 5. August, in Düsseldorf. Viele Jahre lang (1948 bis 2003) wurde dieser Klassiker des deutschen Galopprennsports am Mülheimer Raffelberg ausgetragen, ehe sich der damalige Rennverein aus wirtschaftlichen Gründen zum Verkauf entschloss.

Zwei Hirschberger-Hoffnungen auf der Heimatbahn

Mit Jens Hirschberger hat auch ein Mülheimer Trainer die „Diana“ fest im Blick. Schon zweimal, 2007 und 2009, konnte Hirschberger das Deutsche Derby gewinnen. Das Stuten-Derby fehlt dagegen noch in seiner Titelsammlung. Zwei seiner Hoffnungen stellt der Betreiber des Mülheimer „Diana“-Stalles am Montag auf der Heimatbahn vor. Area, geritten von Spitzenjockey Andrasch Starke für das Gestüt Ittlingen und Viva Gloria (Lukas Delozier) nehmen das 25.000 Euro-Rennen am Raffelberg in Angriff. Beide besitzen noch „Diana“-Nennungen.

„Area ist prima drauf. Sollte es auch am Montag gut laufen, ist sie eine ziemlich sichere Kandidatin für das Stuten-Derby“, so Hirschberger. Schließlich hatte die Ittlingerin schon vor wenigen Wochen in Dortmund mit dem achtmaligen Champion Andrasch Starke triumphiert und damit ihre Ambitionen angemeldet. Das soll nun in Mülheim auch Hirschbergers zweiter Hoffnung gelingen. „Viva Gloria hat die Qualifikation für die Diana noch längst nicht sicher. Sie benötigt Montag eine gute Platzierung, im Idealfall mindestens Rang drei, um eine Chance auf den Start in Düsseldorf zu haben“, verrät der Trainer. Viva Gloria gehört dem Gestüt Auenquelle von Peter-Michael Endres (Duisburg) und Karl-Dieter Ellerbracke (Rödinghausen). Besonders bemerkenswert: Endres ist Präsident des Düsseldorfer Galopprennvereins, Ellerbracke führt den Rennclub Mülheim an der Ruhr.

Eine weitere Chance auf einen Heimsieg bietet sich im „BBAG Diana-Trial“ durch Miura (Maxim Pecheur), die am Raffelberg vom französischen Trainer William Mongil vorbereitet wird. Der niederländische Jockey Adrie de Vries, der vor wenigen Tagen auf der Rennbahn in Hamburg mit Weltstar das Deutsche Derby gewinnen konnte, greift im Mülheimer Stutenrennen mit Indian Dream (Trainer: Miroslav Rulec) in das Geschehen ein. Für internationales Flair in Mülheim sorgt die französische Gast-Stute Amaranthe aus dem Trainingsquartier von Henri-Alex Pantall mit der französischen Amazone Soufiane Saadi im Sattel.

Almenräder mit Top-Stallform

Nicht weniger als vier Siege brachte die Mülheimerin Trainerin Yasmin Almenräder während der Derby-Woche auf der Traditionsbahn in Hamburg-Horn unter Dach und Fach, gehörte damit zu den erfolgreichsten Aktiven in der Hansestadt. Diesen Schwung will Almenräder nun mit auf die Heimatbahn nehmen. Im mit 7.500 Euro dotierten Rennen „Preis der Trainingszentrale Mülheim an der Ruhr“ sattelt sie am Montag den fünfjährigen Wallach Part of Ireland, der von Martin Seidl geritten wird. Im letzten Jahr war Part of Ireland bei drei seiner neun Starts nicht zu bezwingen. Beste Platzierung in diesem Jahr war ein vierter Platz in Dresden. „Er hat sich wieder gesteigert und sollte bei der Aufgabe vor der eigenen Haustür recht gute Chancen haben. Sein bisher einziger Start in Mülheim 2017 endete mit einem zweiten Platz“, so Almenräder.

Wasser marsch - Viel zu tun

Trotz der vielen sommerlichen Tage mit nur wenigen Niederschlägen in den letzten Wochen präsentiert sich das Geläuf am Raffelberg in sattem Grün. Dafür musste freilich auch kräftig gewässert werden. „Die Brunnenkapazitäten auf der Bahn kamen an ihre Grenzen. Wir mussten deshalb auch auf Wasser aus den städtischen Leitungen zurückgreifen“, sagt Vizepräsident Werner Krüger. „Das kostet zwar zusätzliches Geld. Damit garantieren wir aber beste Trainings- und Rennbedingungen.“

Auch vor dem After-Work-Renntag am Montag wurde auf der Raffelberger Rennbahn wieder kräftig Hand angelegt. Bäume und Hecken wurden beschnitten, die hintere Fassade der Haupttribüne neu gestrichen, „Rails“ ausgetauscht und neue Möbel angeschafft. Außerdem kommen am Montag erstmals 22 brandneue Fernseher zum Einsatz, damit Besucher die Rennen noch besser verfolgen können. Seit Februar haben die Verantwortlichen des neuen Rennclubs bereits knapp 200.000 Euro in die Renovierung der Anlage investiert. In den nächsten Wochen und Monaten sollen weitere Maßnahmen folgen.

Nur ein erster Schritt

Der Stuten-Höhepunkt am Montag um Prämien in Höhe von 25.000 Euro soll kein einmaliges Ereignis am Raffelberg bleiben. „Vielmehr soll diese Prüfung ein erster Schritt zurück auf dem Weg zurück zu altem Glanz sein und dauerhaft in Mülheim etabliert werden“, betont Günther Gudert, Vizepräsident und Sportlicher Leiter. „Wir wollen in Zukunft im Idealfall an jedem Renntag eine höher dotierte Prüfung ausrichten. Trainer, die Pferde dafür stellen, bringen in der Regel auch noch für das Rahmenprogramm Starter mit“, so Gudert. Für Montag wurden insgesamt 79 Pferde für die acht Rennen genannt. Günther Gudert betont: „Das ist ein außergewöhnlich gutes Ergebnis. Andere Rennvereine träumen von einem solchen Schnitt.“

Positives Zwischenfazit

Im Winter hatte der neue Rennclub Mülheim an der Ruhr e.V. um seinen Präsidenten Karl-Dieter Ellerbracke das Ruder am Raffelberg übernommen. Seitdem gab es zwei Renntage mit insgesamt rund 8.000 Zuschauern. „Bisher sind wir sehr zufrieden“, sagt Vizepräsident Werner Krüger. „Wir haben keine roten Zahlen geschrieben und der große Zuspruch freut uns sehr. In der Stadt haben wir zusätzlich Umfragen gestartet, um zu erfahren, wie die Bürger uns wahrnehmen. Die Resonanz war äußerst positiv.“ Den Verantwortlichen des Rennclubs Mülheim an der Ruhr ist es außerdem gelungen, in Zusammenarbeit mit einem Partner noch einen fünften Renntag zu organisieren. Dieser soll am Samstag, 15. September, durchgeführt werden. Zuvor steht am Samstag, 18. August, noch der traditionelle Sparkassen-Renntag mit einem attraktiven Rahmenprogramm für die ganze Familie auf dem Programm.

(12.07.2018)