Pressekonferenz des Rennclub Mülheim

Voller Energie und Optimismus präsentierte sich das Präsidium des neuen Galopprennvereins „Rennclub Mülheim an der Ruhr e.V.“ bei der Premieren-Pressekonferenz in den Räumlichkeiten auf der Mülheimer Galopprennbahn am Raffelberg. Präsident Karl-Dieter Ellerbracke (Rödinghausen), Mitinhaber des traditionsreichen Gestüts Auenquelle, und seine Präsidiumskollegen füllen den Neustart auf der Familien-Rennbahn nach der Insolvenz des „alten“ Mülheimer Rennvereins mit Leben. Mindestens vier Renntage stehen in diesem Jahr auf dem Programm.

Los geht es bereits am kommenden Dienstag (03. April) - direkt nach den Osterfeiertagen - mit einem After-Work-Renntag ab 17 Uhr. Die weiteren Veranstaltungen finden am 15. Mai, 16. Juli und 18. August statt. „Wir sind guter Dinge, dass wir sogar noch einen weiteren Termin dazubekommen. Die Tendenz ist positiv“, so Ellerbracke, der sich besonders freut, dass in diesem Jahr - erstmals nach langer Zeit - wieder ein sogenanntes Listenrennen angeboten werden kann. Die Prüfung für dreijährige Stuten ist mit stolzen 25.000 Euro dotiert und wird am Montag, 16. Juli, am Raffelberg entschieden.

Das neue Präsidium zeigt sich investitionsfreudig. Schon seit Monaten wird auf dem Rennbahn-Gelände gearbeitet, um das Areal auf den bevorstehenden Saisonauftakt vorzubereiten. Aufträge in Höhe von insgesamt 120.000 Euro - das verriet der zuständige Vizepräsident und Bau-Unternehmer Hans Bierkämper - sind schon in den ersten Wochen vergeben worden, um unter anderem den Außenbereich, die Toiletten sowie die Elektro-Installationen zu modernisieren und auf Vordermann zu bringen. Der Aufwand hat sich gelohnt. Die Rennbahnprüfungskommission des Galopper-Direktoriums in Köln stellte keine Mängel fest und gab bereits grünes Licht für den Neustart. „Unser neuer Rennbahninspektor Karl ‚Kiki‘ Trybuhl und sein Team haben ganze Arbeit geleistet“, lobt Präsident Ellerbracke.

In den nächsten Tagen kommt auf der Mülheimer Raffelberg noch eine große Lieferung an. Der neue Rennverein hat die „Rails“ (Rennbahnbegrenzung) sowie die Startmaschine von der Galopprennbahn in Frankfurt gekauft, die der neuen Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) weichen muss. Ellerbracke: „Unsere Startmaschine funktioniert noch. Es ist jedoch immer gut, Ersatz zu haben. Die Rails tauschen wir aus.“

Die Investitions-Liste ist damit noch längst nicht abgearbeitet. So muss beispielsweise für das Panorama-Café noch eine Fluchttreppe errichtet werden. Die Werkstatthalle und die zweite Tribüne benötigen in den nächsten Jahren ebenfalls eine Modernisierung und auch die Boxen sollen aufgefrischt werden, um möglichst weitere Galopper-Trainer auf die Bahn zu locken. „Wir reden über 700.000 bis 800.000 Euro, die in den nächsten zwei bis drei Jahren in die Rennbahn gesteckt werden müssen“, rechnet Hans Bierkämper vor.

Karl-Dieter Ellerbracke betont: „Wir können nicht alles auf einmal machen. Aber mit diesem Präsidium können wir vieles umsetzen. Ich saß schon in einigen Vorständen. Doch noch nie hatte ich ein Team zusammen, in dem sich jeder so sehr reinhängt.“ So erklärte sich der neue Rennclub auch bereit, die Schulden des vorherigen und insolventen Rennvereins in Höhe von ca. 1,5 Millionen Euro zu übernehmen, um den Fortbestand des Renn- und Trainingsbetriebs am Raffelberg überhaupt erst zu ermöglichen.

Nicht zuletzt war Ellerbracke sowie vor allem seinen Präsidiumskollegen Werner Krüger (Berlin/Stall UNIA Racing) und Hans Bierkämper (Stall Mandarin), die auch als Galopper-Besitzer aktiv sind, besonders daran gelegen, dass es auf der Mülheimer Rennbahn weitergeht. Schließlich werden viele ihrer Pferde am Raffelberg trainiert. „Der einzige Grund war das aber sicher nicht“, stellt Ellerbracke klar. „Wir alle lieben den Galopprennsport und wissen um die große Tradition der Mülheimer Rennbahn. Unser Ziel ist es, diese Tradition wieder ein Stück weit aufleben zu lassen.“

Auch der Sportliche Leiter Günther Gudert (Essen-Kettwig), gleichzeitig Geschäftsführer des Galopprennvereins in Düsseldorf, der Patentanwalt Dr. Michael Bergmann (Düsseldorf) und der Diplom-Ingenieur Jürgen Meyer (Neuss), der als kooptiertes Präsidiumsmitglied in die Vereinsführung aufgerückt ist, sind schon seit vielen Jahren im Galopprennsport engagiert und packen jetzt in Mülheim mit an.

Der Trainings- und Rennbetrieb am Raffelberg ist damit dauerhaft gesichert. Das freut nicht zuletzt die Aktiven wie die erfolgreiche Trainerin Yasmin Almenräder: „Die Erleichterung über den Fortbestand war schon extrem groß. Ich wünsche mir, dass wir alle gemeinsam das Beste aus dem Standort Mülheim herausholen.“


Frühlingserwachen auf der Galopprennbahn am Raffelberg

Die Aufbruchstimmung auf der traditionsreichen Galopprennbahn am Mülheimer Raffelberg ist sichtbar und hörbar. Überall betätigen sich beim Frühlingserwachen fleißige Hände. Hier ist ein Hochdruckreiniger im lauten Einsatz, dort geht es zielsicher mit Schippe und Harke zu Werke. Weit ist es nicht mehr bis zum ersten Renntag unter der Regie des neuen Galopprennvereins Rennclub Mülheim an der Ruhr. Beim Start in die neue Saison warten auf die Pferdesportfreunde am Dienstag, 3. April, voraussichtlich acht Rennen. Das erste beim After-Work-Renntag ist für 17 Uhr vorgesehen. Für den Auftakt gab es von höchster Stelle grünes Licht. Keine Mängel, lautet die frohe Botschaft der strengen Rennbahnprüfungskommission des Direktoriums für Vollblutzucht. Die bisherigen Anstrengungen haben sich gelohnt. Weitere erhebliche Investitionen werden schrittweise erfolgen.

Karl-Dieter Ellerbracke, 1. Vorsitzende des Galopprennvereins, war nach eigenen Angaben bereits in vielen Gremien tätig, kann sich aber nicht an ein solches Teamwork erinnern. „Im Vorstand machen alle mit und bemühen sich tatkräftig, dass es hier vorangeht. Unser Antrieb ist die Liebe zum Sport und zum Pferd.

Wir alle wollen, dass die Rennbahn wieder in altem Glanz erstrahlt.“ Visionen dürfen bei diesem Schulterschluss natürlich nicht fehlen. Früher einmal, als die schnellen Vierbeiner die Massen magisch anzogen, war der Renntag am 26. Dezember ein wahrer Klassiker. Dieses weihnachtliche Angebot soll wieder zum sportlichen Angebot zählen. „Das ist natürlich von der Witterung abhängig, aber wenn es funktioniert, dann funktioniert es richtig“, sagt der im ostwestfälischen Rödinghausen ansässige Pferdesportexperte Karl-Dieter Ellerbracke. In diesem Jahr ist die Bescherung noch nicht machbar, denn da wird es in Dortmund rundgehen. Fest terminiert sind hingegen vier Renntage. Nach der After-Work-Premiere geht es am 15. Mai, 16. Juli und 18. August weiter. Durchaus denkbar ist eine fünfte Offerte. Entsprechend groß ist die Freude im Führungsgremium: „Denn es ist ja nicht ganz selbstverständlich, dass in Mülheim wieder Rennen stattfinden,“ so Gudert.

Erleichterung bei der Trainerin

Das Frühlingserwachen gilt auch bei den auf der Rennbahn arbeitenden Menschen. Yasmin Almenräder ist dort seit Jahren als im In- und Ausland erfolgreiche Galoppertrainerin tätig. „Wir sind alle sehr erleichtert, dass es weitergeht. Hier herrscht ein neuer Geist, auch in meinem Stall.“

Derweil wünscht sich Karl-Dieter Ellerbracke Lokalkolorit im Gremium: „Kein Mülheimer ist im Vorstand. Es wäre super, wenn sich eine Persönlichkeit aus der Stadt engagieren würde.“
(26.03.2018)