Zwei Heimsiege beim Raffelberg-Galopp

Mülheimer Trainer Uwe Ostmann (79) für sein Lebenswerk geehrt – Außenseiterin Haylah aus den Niederlanden gewinnt das Hauptrennen – 4.350 Besucher erleben einen gut besuchten Renntag der Ruhr-Wirtschaft

Die große Außenseiterin Haylah (14,4:1) aus dem niederländischen Rennstall von Trainer Lucien van der Meulen (Boxmeer) hat am Samstag auf der Mülheimer Galopprennbahn den Großen Preis von wettstar.de, das Hauptereignis beim Renntag der Ruhr-Wirtschaft, gewonnen. Mit dem Italiener Marco Casamento im Sattel setzte sich die vier Jahre alte Stute in dem mit 17.000 Euro dotierten 1.400-Meter-Rennen überlegen mit fünf Längen durch. Auf den Plätzen landeten Call me Mister (Martin Laube) und Misty Birnam (Bauryzhan Murzabayev). Besitzer und Tainer Lucien van der Meulen durfte sich über Rang eins und drei freuen, die mit einem Preisgeld von 12.000 Euro belohnt wurden.

Paukenschlag zum Frühstück: Raffelberg-Debütantin Lancade schlägt den heißen Favoriten Zavaro

Gleich das einleitende Rennen begann mit einer Sensation. Denn nicht der brandheiße 1,4:1 – Favorit Zavaro gewann den medl-Sommerpreis, sondern die zweijährige Stute Lancade aus dem Raffelberger Quartier von Trainerin Yasmin Almenräder. Im Sattel der Überraschungssiegerin (14,1:1) markierte Jockey Bauryzhan Murzabayev seinen 71. Jahreserfolg. Rang drei ging an Lancades Stallgefährten Sweet Author aus dem Almenräder-Stall. Die Siegtrainerin kommentierte überglücklich: „Damit haben wir nicht unbedingt gerechnet. Beide Pferde haben zwar sehr gut gearbeitet. Aber das wir den Favoriten schlagen, ist einfach sensationell.“ Die 12-köpfige Besitzergemeinschaft des Stalles Raffelberg freute sich nach dem Debüterfolg von Lancade über 3.000 Euro Siegprämie.

Auenqueller Start-Ziel Erfolg dank Roi d`Etoile

Der zweite Heimsieg des Tages ging an das Gestüt Auenquelle von RennClub-Präsident Karl-Dieter Ellerbracke und Peter Michael Endres. Start-Ziel legte ihr dreijähriger Hengst Roi d`Etoile (2,6:1) im Rennen der S-Finanzdienstleitungs-GmbH Mülheim an der Ruhr (6.000 Euro) über 1.500 Meter immer wieder zu und wies alle Angriffe von Konkurrent El Faras ab. Erfolgstrainer Jens Hirschberger: „Der Hengst lief heute erstmals mit Scheuklappen. Kompliment auch an Jockey Filip Minarik, der sich das Rennen bestens eingeteilt hat.“

Im Preis der Sparkasse Mülheim an der Ruhr (Ausgleich IV, 5.500 Euro, 2.400m) sah es in der Distanz noch nach einem Erfolg der Ebbesloherin Golden Princess unter Helen Böhler aus. Am Ende jedoch stürmte Summer Storm im wahrsten Sinne des Wortes mit Alexander Pietsch im Sattel zum leichten 1 ½ Längen-Erfolg. Trainerin Helga Dewald zeichnet für Summer Storm auf Schloß Arff (Dormagen) verantwortlich.

Ehrenmitgliedschaft für den großen Uwe Ostmann

In einer hoch emotionalen Rede ehrte RennClub-Präsident Karl-Dieter Ellerbracke im Beisein von Oberbürgermeister Ulrich Scholten die Verdienste des ehemaligen Raffelberger Erfolgtrainers Uwe Ostmann. Der 79-Jährige Träger der Goldenen Ehrennadel des Direktoriums für Vollblut, Zucht und Rennen erhielt im Beisein seiner Ehefrau Uschi die Ehrenmitgliedschaft des RennClubs Mülheim für sein Lebenswerk. Ebenfalls bei der Ehrung des Vorstandes: Hein Bollow (98), die lebende Legende des deutschen Galopprennsports.

5000:1 in der Viererwette

Auch der Zweite im deutschen Jockey-Classement Maxim Pecheur punktete ebenfalls beim Raffelberger Galopprenntag. Der Saarländer gewann mit Zindai für den German Racing Club die Wettchance des Tages. Für den Einlauf Zindai – Power Bullet – Crouton – Lady Maxi zahlte die Viererwette lukrative 5000:1.

Den Lauf zur Sport Welt-Talent-Trophy, ein Amateur-Rennen über 2.000 Meter, gewann der Magdeburger Gast Nero de Avolo aus dem Quartier von Trainer Frank Fuhrmann (Möser)unter der jungen Amazone Janina Boysen.

Das Duell des Tages- Panthea siegt mit Nase

Im Preis des Derbysiegers Laccario gab es ein packendes Finale zwischen Footloose (Adrie de Vries) und Panthea (Eduardo Pedroza). Am Ende entschied eine Nase für Panthea in diesem über 2.000m führenden mittleren Handicap. Passend zum Titel des Rennens nahm Derby- und Panthea-Siegtrainer Andreas Wöhler (Gütersloh) die Ehrenpreise entgegen.

Der Jockey des Tages: Bauryzhan Murzabayev

Nachdem Bauryzhan Murzabayev bereits das einleitende Rennen mit Lancade gewonnen hatte, legte der Kasache mit Northsea Star im finalen Rennen, dem Preis vom Rennbahn-Oktoberfest am 2. Oktober, gleich noch einmal nach. Sieg Nr. 72 für den Jockey mit der goldenen Armbinde.

Stadtwette, Streetfood Meile und Kinderland im Fokus

Nach dem Hauptrennen versammelten sich die Besucher auf und vor den Tribünen zum gemeinsamen Gruppenfoto. Die Städte Saarbrücken und Mülheim hatten gewettet, wer mehr Zuschauer auf ein gemeinsames Gruppenbild schafft. Die Auflösung der Stadtwette folgt zu einem späteren Zeitpunkt. Auch die Streetfood-Meile kam beim Publikum wieder hervorragend an, nicht zuletzt weil die Liebhaber von Graumenfreuden aus einem vergrößerten Angebot von Speisen und Getränken wählen konnten. Bei den kleinen Besuchern stand besonders das erstmals angebotene 6er-Trampolinspringen im Kinderland hoch im Kurs.

Ausblick: Silbernes Band der Ruhr am 2. November

Der nächste Renntag in Mülheim findet am Samstag, 2. November statt. Im sportlichen Mittelpunkt steht dann das mit 25.000 Euro Preisgeld dotierte Silberne Band der Ruhr. Das Listenrennen führt über 4.000 Meter und zählt zu den Top-Rennen im Mülheimer Turfkalender. Auf einen weiteren Renntag dürfen sich die Mülheimer Galoppsportfreunde im Dezember freuen. Der Mülheimer Kult-Renntag am 26. Dezember wurde wieder ins Programm genommen, ein besonderes Mülheimer Sportereignis am 2. Weihnachtsfeiertag, vielleicht sogar auf Schnee.

(17.08.2019)