Ismene triumphiert im BBAG Diana Trial

Lokalmatadorin Naida glänzende Zweite im Mülheimer Top-Event - 7.800 Zuschauer beim ersten Tag des Mülheimer Sports

Klasse-Premiere für den Renntag des Sports: 7.800 Zuschauer begrüßte der Rennclub Mülheim an der Ruhr e.V. am Sonntagstermin auf der Galopprennbahn am Raffelberg, bei dem sich erstmals die verschiedensten Sportvereine der Stadt präsentierten. Im großen sportlichen Highlight, dem BBAG Diana Trial (Listenrennen, 25.000 Euro, 2.000 m), gesponsert von der Baden-Badener Auktionsgesellschaft, triumphierte Gestüt Schlenderhans Ismene als 5,6:1-Mitfavoritin mit Jockey Filip Minarik für Trainer Jean-Pierre Carvalho (Bergheim).

Lange sah es in diesem bedeutenden Test zum Klassiker für dreijährige Stuten um den Henkel – Preis der Diana (am 4. August in Düsseldorf) nach einem Heimsieg für Naida, die die Mülheimer Trainerin Yasmin Almenräder für das Gestüt Niederrhein ins Rennen geschickt hatte, aus, die unter Maxim Pecheur sofort die Spitze im elfköpfigen Top-Aufgebot eingenommen hatte und sich nach besten Kräften verteidigte. Doch auf den letzten Metern wurde sie noch von der immer hinter ihr auf Rang zwei gehenden Ismene passiert.

14.000 Euro betrug die Siegbörse für das Gestüt Schlenderhan nach dem ersten Listensieg der Tertullian-Tochter, die natürlich eine heiße Kandidatin auf den Diana-Sieg ist. Siegtrainer Jean-Pierre Carvalho in einem ersten Statement: „Ismene hatte zuletzt in Baden-Baden viel Pech. Auch diesmal hat mir die äußere Startnummer Kopfzerbrechen bereitet, aber Filip hat alles sehr gut gelöst und ihr einen einwandfreien Rennverlauf serviert. Sie konnte ihre Klasse abrufen. Jetzt wollen wir es in der Diana versuchen.“

Naida unterlag in allen Ehren. 6.500 Euro gab es für die Lokalmatadorin als Preisgeld für Rang zwei. Die Dresdener Gaststute In Memory schob sich mit starkem Endspurt noch auf den dritten Platz vor Best on Stage. Die Favoritin Diamanta kam vom Ende des Feldes nicht mehr entscheidend in die Partie. Die zweite Mülheimer Stute, Linaria, die Jens Hirschberger für das Gestüt Auenquelle trainiert, konnte sich nicht bemerkbar machen.

Erstklassige Almenräder-Form

Mit einem starken Aufgebot war die Mülheimer Trainingszentrale an diesem Tag vertreten. Besser als mit einem Erfolg der von Yasmin Almenräder für den Stall Niederrhein vorbereiteten Zweijährigen Zarena hätte die Veranstaltung kaum für sie beginnen können. Mit einem tollen Schlusssport brachte der aus Kasachstan stammende Jockey-Aufsteiger Bauyrzhan  Murzabayev die 9,9:1-Außenseiterin noch knapp an Lips Eagle und Akatino vorbei. „Beim Debüt hatte die Stute keinen guten Rennverlauf, wir hatten schon auf Steigerung gehofft“, hatte Yasmin Almenräder die Lord of England-Tochter schon mit Vertrauen gesattelt.

Erwartungsgemäß war auch der für den Stall Baltrum gestartete Dreijährige Noble Campaign mit dem jungen Gijs Snijders in einem 2.400 Meter-Handicap nicht zu schlagen und bescherte Yasmin Almenräder den zweiten Treffer. Hauchdünn raufte sich der klare 2,4:1-Favorit noch an der lange führenden Außenseiterin Douce vorbei.

Neue Seriensiegerin

Zur Seriensiegerin wurde Imandra (Adrie de Vries) in einem Ausgleich III über 1.500 Meter. Denn die Gaststute aus Hannover – Trainer ist der 76-jährige Altmeister Hans-Jürgen Gröschel – gewann bereits zum dritten Mal hintereinander. Ganz zum Schluss verdrängte die 2,8:1-Favoritin noch die führende Glady Mary (im Besitz des Gestüts Auenquelle, Miteigner ist Rennclub-Präsident Karl-Dieter Ellerbracke).

Die Wetter kamen in der Wettchance des Tages ganz besonders auf ihre Kosten, denn in einem 2.000 Meter-Rennen wurden 10.000 Euro in der Viererwette ausgeschüttet. Auf die Reihenfolge Princess Kahena (5,7:1) - American Prince – Salve Annetta – Next Soldier bezahlte der Totalisator 508:1 Euro. Bauyrzhan  Murzabayev übernahm mit seinem zweiten Tageserfolg mit nun 50 Saisontreffern wieder die Führung in der Jockey-Statistik. Doch im abschließenden 1.400 Meter-Ausgleich IV zog Maxim Pecheur mit der Holländerin Aratika (4,5:1) wieder gleich. Hier belegte Jens Hirschbergers Grise Lightning Platz drei.

Auch ein aus Mannheim angereister Gast feierte einen Volltreffer: Der Dreijährige Flight To Hongkong (7,3:1) spurtete mit dem Italiener Tommaso Scardino in einem Ausgleich III über 2.000 Meter noch an Footloose vorbei. Trainer ist Marco Klein, ein aufstrebender Coach aus der nordbadischen Metropole. Die vielköpfige Besitzergemeinschaft des Stalles Baden-Pfalz durfte jubeln. Sogar noch mehr Geld gab es auf den holländischen Gast Crouton in einem 2.000 Meter-Handicap, die Stute beherrschte mit dem ebenfalls aus Italien stammenden Jockey Michael Cadeddu die Gegner als 11,4:1-Außenseiterin jederzeit.

Ehrung für Star-Jockey Andrasch Starke

Star-Jockey Andrasch Starke wurde vom Mülheimer Rennclub für den 2.500. Sieg seiner Karriere (während der Derby-Woche in Hamburg) ausgezeichnet.

Viele Aktionen für das Publikum

Am Sonntag stand im Rahmenprogramm alles im Zeichen der verschiedensten Mülheimer Sportarten, denn der Rennclub Mülheim richtete (wie eingangs erwähnt) zum ersten Mal den Tag des Sports aus. Vereine aus ganz Mülheim präsentierten am Raffelberg ihr Metier. Die Palette der vorgestellten Sportarten reichte vom Hockey (mit dem 18-fachen Deutschen Meister HTC Uhlenhorst), Tennis, Boule, Wassersport und Petanqué, Rudern bis hin zum Bogenschießen. Eines wurde jedem bewusst – die Stadt Mülheim an der Ruhr bietet ein vielseitiges Sport-Programm. Jede Menge Mitmach-Aktionen lockten die Besucher zwischen den Rennen an und wurden begeistert angenommen. Man konnte beispielsweise an einem virtuellen Ruderboot, beim Bogenschießen oder beim Bubble Soccer sein Geschick beweisen oder sich von einer orientalischen Tänzerin verzaubern lassen.

Prominente Gäste: Boxer Patrick Korte und „Ironman“ Timo Schaffeld

Sehr angetan zeigte sich auch der Essener Boxer Patrick Korte von der Atmosphäre auf der Rennbahn. Er genießt im Ruhrgebiet eine große Popularität und bereitet sich auf seinen nächsten Kampf am 14. September in der Grugahalle vor. Korte platzierte auch die ein oder andere Wette und hatte sichtlich Spaß am Raffelberg. Auch „Ironman“ Timo Schaffeld gab sich in Mülheim die Ehre und fühlte sich hier ausgesprochen wohl.

Streetfood-Meile und großes Kinderland

Auch die Gaumenfreuden kamen nicht zu kurz – auf der Streetfood-Meile gab es allerlei Leckerbissen für die Besucher. Die jüngsten Besucher erfreuten sich an einem großen Kinderland.

Nächster Renntag am 17. August

Die nächste Rennveranstaltung in Mülheim findet am Samstag, 17. August 2019 statt und steht unter dem Patronat der Ruhr-Wirtschaft. Insgesamt werden in der Saison 2019 noch drei Renntage am Raffelberg ausgetragen. Mit dem Silbernen Band der Ruhr am 2. November gibt es in diesem Jahr ein weiteres Top-Event der Kategorie Listenrennen. Ein besonderes Ereignis wird der wieder ins Programm genommene Weihnachtsrenntag am 26. Dezember.

(14.07.2019)